Elias Wlasak: Als Nachwuchs-Alligator ins Nationalteam

Mo 27. Jul 2026

Elias Wlasak: Als Nachwuchs-Alligator ins Nationalteam

Elias Wlasak begann schon früh seine Basketball Karriere bei den UDW Alligators. Über die Jahre entwickelte er sich zu einem österreichischen Talent und arbeitete sich bis in das zweite Bundesliga Team in Deutsch-Wagram hoch. Dies sollte allerdings nicht das Ende seiner Karriereleiter sein, sodass er sich über andere Teams jedes Jahr um ein Stück verbessert und schließlich Spieler des österreichischen Nationalteams wurde! Wie der Weg dorthin im Detail aussah und welche Ziele Elias weiterhin verfolgt, hat er uns in diesem Interview verraten! 


Hallo Eli, vielen Dank, dass du dir heute Zeit für uns nimmst. Du hast deine Basketballkarriere bei den UDW Alligators begonnen. Wann hat eigentlich alles angefangen?

Tatsächlich habe ich mit etwa fünf Jahren begonnen. Damals sind einige meiner Klassenkameraden gemeinsam zum ersten Training gegangen – und ich war einer davon. Aus dieser spontanen Aktion wurde schließlich eine Leidenschaft, die mich bis heute begleitet.


Du warst viele Jahre ein wichtiger Bestandteil des Alligators-Nachwuchses. Welche Erinnerungen oder Erfolge sind dir aus dieser Zeit besonders geblieben?

Wir konnten einige niederösterreichische Meistertitel gewinnen und gehörten auch österreichweit regelmäßig zu den Top-Teams. Leider haben wir den Einzug ins Final Four oftmals knapp verpasst!


Damals wurdest du auch in das österreichische MU18-Nationalteam einberufen. Was glaubst du, warum du diese Chance bekommen hast?

Natürlich war ich stolz über die Einberufung. Rückblickend muss ich aber ehrlich sagen, dass auch etwas Glück dabei war, weil einige starke Spieler meines Jahrgangs verletzt waren. Gleichzeitig habe ich dort gemerkt, dass ich für dieses Niveau damals noch nicht ganz bereit war. Ich war definitiv nicht einer der besten Spieler im Team – aber genau diese Erfahrung hat mir gezeigt, woran ich noch arbeiten musste.


Als die UDW Alligators ihr Zweitliga-Team gegründet haben, warst du einer der jüngsten Spieler im Kader. Wie hast du diese Zeit erlebt?

Das war eine unglaublich coole Erfahrung. Als Kind saß ich selbst auf der Tribüne und habe dem damaligen Landesliga-Team zugesehen. Für mich war das damals das Größte, was man im Basketball erreichen konnte. Als ich dann während meines Nationalteam-Sommers erfahren habe, dass die Alligators ein Team in der zweiten Bundesliga stellen werden, war ich natürlich extrem aufgeregt und voller Vorfreude. Ich durfte mit großartigen Coaches wie Stefan Grassegger, Lukas Hofer und Hannes Quirgst arbeiten und habe in dieser Zeit unglaublich viel gelernt.


Anschließend bist du zu den UKJ Mistelbach Mustangs gewechselt. Durch die Corona-Pandemie wurde der Spielbetrieb dort jedoch eingestellt, woraufhin du zu den Vienna Timberwolves in die erste Bundesliga gewechselt bist. War das der Start deiner Profikarriere?

Im Nachhinein betrachtet definitiv. Die Situation war damals eigentlich ganz witzig. Nachdem Mistelbach den Spielbetrieb eingestellt hatte, wurden wir praktisch freigestellt und konnten uns einen neuen Verein suchen. Ich habe daraufhin dem damaligen Timberwolves-Headcoach Hubert Schmidt geschrieben und gefragt, ob ich einfach mittrainieren dürfte, um fit zu bleiben. Durch einige personelle Ausfälle bekam ich aber schon zwei Wochen später die Chance, mein erstes Bundesligaspiel gegen die Klosterneuburg Dukes zu bestreiten. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.


Nach rund zwei Jahren bei den Timberwolves hast du dich zu einem Leistungsträger entwickelt und warst in deinem vierten Jahr zeitweise sogar bester österreichischer Scorer der Liga. Was hat diesen Entwicklungsschritt möglich gemacht?

Da haben mehrere Faktoren zusammengespielt. Einerseits hat sich die personelle Situation verändert. Jakob Lohr wechselte damals zu den Swans Gmunden und hinterließ eine große Rolle im Team, die ich übernehmen durfte. Andererseits habe ich im Sommer sehr viel 3x3 gespielt. Das hat mir enorm geholfen, Selbstvertrauen aufzubauen und offensiv mutiger zu werden. Und natürlich war das Vertrauen meiner Coaches Hubert Schmidt und Justin Schlünken wichtig – sie haben an mich geglaubt und mir die Verantwortung gegeben, die ich gebraucht habe.


Später hast du dich entschieden, zu deinem aktuellen Verein, den Karbon-X Dukes Klosterneuburg, einem der Top-Teams der ersten Liga, zu wechseln. Welche professionellen Unterschiede gibt es dort im Vergleich zu deinen vorherigen Vereinen?
Es ist schon noch einmal etwas ganz anderes. Bei den Dukes habe ich letzte Saison mit insgesamt sechs Legionären zusammengespielt – das macht natürlich einen großen Unterschied. Wir haben unter anderem eine eigene Mannschaftskabine, können rund um die Uhr mit einem Chip in die Halle und individuell trainieren, verfügen über einen eigenen Kraftraum und zahlreiche Möglichkeiten zur Regeneration. Gleichzeitig ist aber auch der Druck deutlich höher, weil die Erwartungen ganz andere sind. Bei den Dukes geht es praktisch jedes Jahr darum, Titel zu gewinnen.

Dein bislang wohl größter Erfolg als Profi war der Cup-Titel mit den Dukes, bei dem du auch im Finale eine starke Leistung gezeigt hast. Was war das für ein Gefühl?
Es war unbeschreiblich. Allein schon die Tatsache, dass es erstmals wieder ein Final-Four-Wochenende im Cup gab, war etwas Besonderes. Das gesamte Turnier in Graz war hervorragend organisiert und ein richtig cooles Basketball-Event. Wir haben als Team gemeinsam im Hotel gewohnt und eine richtig schöne Zeit miteinander verbracht. An das Finale selbst kann ich mich gar nicht mehr bis ins Detail erinnern, weil ich irgendwie komplett im Tunnel war. Nach dem Spiel sind dann alle Emotionen rausgekommen. Für einige Spieler wie Clemens Leydolf, Valentin Bauer oder Lenni Burgermeister war es die letzte Saison und sie konnten ihre Karriere noch mit einem Titel krönen. Dass ich einmal Teil einer Mannschaft sein würde, die den Cup gewinnt, und dabei selbst einen wichtigen Beitrag leisten kann, hätte ich früher nie erwartet.

Nach einigen Jahren im erweiterten Kader des Herren-Nationalteams wurdest du heuer erstmals offiziell einberufen. War das das letzte große Ziel deiner Karriere in Österreich?
„Das letzte große Ziel“ würde ich vielleicht nicht unbedingt sagen, dafür bin ich noch zu jung und hoffe, dass noch einige Herausforderungen und Ziele vor mir liegen. Aber die Einberufung ins Herren-Nationalteam ist definitiv ein Kindheitstraum, der für mich in Erfüllung gegangen ist. 

Du hast bereits erwähnt, dass du viel 3x3 spielst. Wann hast du damit angefangen?
Angefangen habe ich, glaube ich, vor vier Jahren. Seitdem spiele ich praktisch jeden Sommer 3x3. Zunächst war ich zwei Jahre Teil der österreichischen U23-Auswahl und durfte unter anderem bei der Nations League antreten. Letztes Jahr spielte ich dann für Team Vienna, das aktuell erfolgreichste österreichische 3x3-Team. Dort konnte ich noch einmal auf einem sehr hohen Niveau spielen. Mittlerweile ist 3x3 eine große Leidenschaft von mir und gleichzeitig die perfekte Möglichkeit, im Sommer fit zu bleiben – vor allem, wenn man nicht gerne alleine in der Halle trainiert.

Wie sehr hilft dir 3x3 in deiner Entwicklung als Basketballspieler?
Unglaublich viel! Ich würde wirklich jedem jungen und ambitionierten Spieler empfehlen, sich im Sommer drei Mitspieler zu suchen, auf Turniere zu fahren und den ganzen Sommer 3x3 zu spielen. Man hat viel mehr Ballkontakte, übernimmt deutlich mehr Verantwortung und das Spiel ist körperlich extrem fordernd. Außerdem verliert man die Hemmung beim Werfen. Weil das Spiel so schnell ist, musst du den offenen Wurf sofort nehmen und kannst nicht lange darüber nachdenken, ob es der perfekte Wurf ist oder nicht. Das verändert die eigene Mentalität enorm.

Ein großer Name in deinem aktuellen Team, den Dukes, ist Sylven Landesberg, unter anderem EuroLeague-Champion. Konntest du bisher viel von ihm lernen?
Unfassbar viel. Vor allem auf dem Spielfeld, weil ich ihn im Training meistens verteidigt habe. Wenn man täglich den vermutlich besten Spieler der Liga verteidigen muss, ist das körperlich extrem fordernd. Gleichzeitig wirken die Gegenspieler in den Ligaspielen dann fast etwas einfacher. Auch offensiv konnte ich mir viele Dinge von ihm abschauen – vor allem kleine Bewegungen und Details, mit denen er sich Raum verschafft. Abseits des Spielfelds ist er außerdem einfach ein großartiger Mensch und ein Teamkollege, den wahrscheinlich jeder gerne in seiner Mannschaft hätte.

Was machst du neben deiner Basketballkarriere und investierst du weiterhin zusätzliche Einheiten in deine individuelle Entwicklung?
Momentan absolviere ich meinen Master in Finanzwissenschaft und Rechnungswesen an der Wirtschaftsuniversität Wien. Das nimmt natürlich einiges an Zeit in Anspruch. In meiner Freizeit spiele ich auch gerne mal Fortnite mit Freunden wie Lukas Hofer, Stefan Grassegger, Moritz Daubner und einigen anderen. Natürlich versuche ich auch weiterhin, zusätzliche Wurfeinheiten einzubauen, wenn es mein Körper und die Zeit zulassen. Letztes Jahr war das allerdings etwas einfacher, weil ich meinen Bachelor bereits abgeschlossen hatte und dadurch mehr Zeit zur Verfügung stand.

Kannst du dir vorstellen, nach deiner aktiven Karriere selbst als Trainer an der Seitenlinie zu stehen?
Grundsätzlich schon. Die Frage ist nur, in welchem Ausmaß. Ich habe riesigen Respekt vor Trainern wie Lukas Hofer und hatte das Glück, mit großartigen Coaches wie Stefan Grassegger, Hubert Schmid, Justin Schlünken und Damir Zeleznik zusammenzuarbeiten. Von ihnen konnte ich unglaublich viel lernen. Ob und wie ich dieses Wissen später selbst als Trainer weitergeben werde, wird sich nach meiner aktiven Karriere zeigen.

Verfolgst du die UDW Alligators noch?
Ja, sogar ziemlich intensiv. Wenn sich die Spiele nicht mit meinen überschneiden, schaue ich sie meistens im Livestream oder verfolge danach die Statistiken. Einerseits spielen dort noch enge Freunde wie Simon Marek, andererseits macht Mark Laurencik, der früher selbst mein Mitspieler war, als Head Coach einen hervorragenden Job. Der Meistertitel letztes Jahr war dann der perfekte Beweis dafür, wie gut die Arbeit ist, die geleistet wird. Wenn ich mich an meine Zeit zurückerinnere, haben wir nie mehr als ein paar Spiele gewinnen können, und diesen steilen Anstieg an Leistung zu sehen macht schon wirklich Spaß! Ich hoffe natürlich dass das genauso weitergeht und ich auch dieses Jahr im Finale die Alligators anfeuern kann.

Wird man dich vielleicht irgendwann wieder als Spieler in Deutsch-Wagram sehen?
Als Fan bin ich auf jeden Fall dabei! Als Spieler kann ich das aktuell noch nicht sagen. Natürlich würde es mich riesig freuen, irgendwann noch einmal für Deutsch-Wagram aufzulaufen und vielleicht sogar meine Karriere dort zu beenden. Versprechen möchte ich aber noch nichts. Spätestens in ein paar Jahren wird man mich dann hoffentlich in der Landesliga wiederfinden. (lacht)

Was sind deine Ziele für die Zukunft?
Ich möchte sehr gerne noch weitere Titel mit den Dukes gewinnen und mein Masterstudium erfolgreich abschließen. Und danach – egal wo und egal was ich mache – einfach glücklich sein.

Hast du noch letzte Worte an die #udwfamily?
Ich freue mich unglaublich zu sehen, wie sich der Verein in den letzten Jahren entwickelt hat. Oft denke ich an die Zeit zurück, als vieles noch ganz anders war. Deshalb möchte ich mich bei einigen Personen besonders bedanken. Allen voran bei Lukas Hofer und Hannes Quirgst, die unglaublich viel für den Verein geleistet haben und leisten. Aber auch Hermann Marek, Manfred Kvasnicka und Alfred Foll haben in der Vergangenheit enorm viel für den Nachwuchs getan und dafür gesorgt, dass wir als junge Spieler die bestmöglichen Voraussetzungen hatten. Ich bin überzeugt, dass in Deutsch-Wagram gerade etwas wirklich Großes entsteht und freue mich schon darauf, die weitere Entwicklung des Vereins zu verfolgen.

Vielen Dank Elias Wlasak für dieses Interview und die abschließenden Worte! Die gesamte UDW-Family ist stolz auf dich und wünscht dir alles Gute für deine weitere Zukunft!



Titelbild: @toldbyverena